HAUPTFRAGEN, DIE VON DEN KINDERN GESTELLT WURDEN
Die folgenden Themen stellen eine Synthese der Hauptfragen dar, die von Schulkindern (Durchschnittsalter: 12 Jahre) im Rahmen eines Projektes über das allgemeine Wissen über den Euro gestellt wurden. Dieses Projekt wurde im April 1998 von Euroconsult Monaco und Pearl-Online in der Volksschule Anthony Fabre in Villeneuve-Loubet, Alpes Maritimes, Frankreich durchgeführt.
1. Wert des Euros
(a) Wieviel ist ein Euro wert? Warum?
2. Einführung des Euros
(a) Wie und wann werden wir von den nationalen Währungen auf den
Euro umstellen?
(b) Wie wird Information über den Euro erteilt werden?
(c) Welche Länder beteiligen sich an dem Euro? Welche Länder weigern
sich, daran teilzunehmen?
(d) Welche Maßnahmen werden vorgenommen, um in den teilnehmenden
Ländern Verwirrung zu vermeiden?
(e) Werden alle Länder den Euro gleichzeitig einführen?
(f) Was wird mit dem französischen Franc bzw. er Deutschen Mark
passieren?
(g) Wer wird den Euro ausgeben?
(h) Wird es falsche Euros geben?
3. Münzen und Banknoten
(a) Wie werden die Münzen und die Banknoten aussehen? Zahl, Aussehen,
Metall?
(b) Welche Motive werden auf den Banknoten sein?
4. Ursprünge des Euros
(a) Wie wurde das Geld geschaffen?
(b) Wer bewilligt die Ausgabe der Währung?
(c) Warum wurde der Euro erfunden?
(d) Wer hat den Euro erfunden? Woher stammt der Name?
5. Praktische Aspekte
(a) Was wird die Auswirkung auf unser tägliches Leben sein? Was
wird sich verändern? Wird es weniger Arbeitslosigkeit geben?
(b) Was ist die Verpflichtung von Ladeninhabern? Von Banken?
(c) Wird der Euro auch in den französischen Übersee- Departements
und Territorien benützt werden? (d) Wird man den Euro überall wechseln können?
(d) Wird man den Euro überall wechseln können?
(e) Was wird mit Bankkonten passieren? Mit Kreditkarten?
(f) Was wird mit Münzautomaten passieren? (Verkaufsautomaten,
Autobahnmautstellen)
(g) Wird es Taschenrechner geben, um Beträge in nationaler Währung
in Euro umzurechnen?
(h) Warum werden schon heute Euro geprägt? Haben sie einen Wert?
6. Wirtschaftliche Auswirkung des Euros
(a) Was wird die Auswirkung des Euros in der Welt sein?
(b) Welche sind die Vorteile des Euros?
(c) Wird der Euro stärker sein als der US-Dollar?
(a) Wieviel ist ein Euro wert? Warum?
Heute hätte der Euro einen Wert von etwa FRF 6.60 (DEM 1.98), berechnet auf dem gegenwärtigen Wert der ECU (des Währungskorb von 12 europäischen Währungen). Zum 1. Januar 1999 wird die ECU in den Euro umgewandelt werden. Da die ECU drei Währungen enthält - vor allem das britische Pfund - die am Anfang nicht an dem Euro teilnehmen, wird der endgültige Umstellungskurs zwischen dem französischen Franc bzw. der Deutschen Mark und dem Euro erst zum 1. Januar 1999 feststehen. Dieser sollte aber nicht wesentlich von dem heutigen Kurs zwischen der ECU und der nationalen Währungen abweichen.
(a) Wie und wann werden wir von den nationalen Währungen auf den Euro umstellen?
Am 1. Januar 1999 wird der Euro - in der Form von Buchgeld - die offizielle Währung der teilnehmenden Länder werden. Am 1. Januar 2002 wird das physische Geld (Banknoten und Münzen) eingeführt. Ab dem 1. Januar 1999 wird der Euro für die meisten gewerblichen Transaktionen - und uch von Supermärkten usw. gebraucht.
Das Programm für die Einführung des Euros ist schon längst bekanntgegeben worden (s. 2(a) oben). Weitere Details werden im Rahmen von Informationskampagnen mitgeteilt. .
Ab dem 1. Januar 1999 werden elf Länder am Euro teilnehmen: Deutschland, Frankreich,
Italien, Spanien, die Niederlande, Belgien, Österreich, Finnland, Portugal,
Irland und Luxemburg. Griechenland hat sich für die Währungsunion noch nicht
qualifiziert, aber hat sich das Jahr 2001 als Ziel für seine Teilnahme gesetzt.
Das Vereinigte Königreich, Dänemark und Schweden haben eine sofortige Teilnahme
abgelehnt, aber es wird damit gerechnet, daß diese Länder innerhalb der nächsten
Jahre der Währungsunion beitreten werden.
Für die Einführung des Euros ist eine Übergangsphase von drei Jahren vorgesehen, d.h. von 1999 bis 2001. Während dieses Zeitraums hat man das Recht, entweder den Euro oder die nationalen Währungen zu benützen, auch wenn die Umstellung zum Euro in der Praxis viel schneller vor sich gehen wird, als heute im allgemeinen angenommen wird.
Die elf Teilnehmerländer werden den Euro gleichzeitig einführen.
Ab dem 1. Januar 1999 wird der französische Franc bzw. die Deutsche Mark nicht
mehr eine offizielle Währung sondern lediglich ein vorübergehender Ausdruck
des Euros sein. Die nationalen Banknoten sowie auch die Münzen werden aber weiterhin
bis zum 30. Juni 2002 im Umlauf sein, nach welchem Datum sie endgültig aus dem
Verkehr gezogen werden.
Die Banknoten werden in Zusammenarbeit mit den nationalen Zentralbanken der
teilnehmenden Ländern von der Europäischen Zentralbank ausgegeben. Die Münzen
werden von den Regierungen der teilnehmenden Länder ausgegeben. Natürlich wird
es eine Koordination zwischen der ausgebenden Stellen geben.
Hoffentlich nicht! Leider wird es eventuell einige Fälle von falschen Euros
- vor allem während der ersten Phase der Einführung der Banknoten und Münzen
- geben. Allerdings wird heutzutage die Verfälschung von Geld durch die moderne
Produktionstechnik für Banknoten und Münzen wesentlich erschwert.
Es werden sieben Banknoten in Werten von 5, 10, 20, 50, 100, 200 sowie 500 Euro
geben. Als Motive werden diese Geldscheine fiktive Beispiele von der europäischen
Baukunst während der Jahrhunderte zeigen. Diese Banknoten werden keine nationalen
Wahrzeichen aufzeichnen. Es wird 8 Münzen geben: 1, 2, 5, 10, 20 und 50 Cent
sowie 1 and 2 Euro. Die kleinen Münzen werden aus Kupfer und die mittleren aus
Nickel bestehen, während die Münzen von 1 und 2 Euro aus zwei verschiedenen
Metallen hergestellt werden, wie zum Beispiel im Falle der heutigen Münzen von
10 und 20 französischen Francs.
Europäische Baukunst während der Jahrhunderte: Brücken, Bögen und Gebäude, die
alle fiktiv sind.
Das Geld erfüllt hauptsächlich drei Aufgaben: erstens als Mittel zum Preisvergleich; zweitens als Zahlungsmittel für Produkte und Dienstleistungen und letztlich auch als Mittel zum Sparen. Nach dem Zeitalter des Warentausches wurde das Geld von Herrschern bzw. Regierungen eingeführt.
Heute wird die Ausgabe von Währungen hauptsächlich durch die Zentralbanken bewilligt. .
Der Euro wurde als eine gemeinsame Währung für alle Länder der Europäischen Union (EU) erfunden. Die Tatsache, daß wir heute 15 verschiedene Währungen haben, stellt ein Hindernis für den freien Handel von Waren und Dienstleistungen dar. Die einheitliche Währung wird eine vollkommene Preistransparenz überall im großen europäischen Binnenmarkt gewährleisten.
Seit der Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft im Jahre 1958 wurde
die Einheitswährung als die letzte Phase der Erreichung der Wirtschaftsunion
in Europa als Ziel gesetzt. 1968 gab es den Plan Werner, der allerdings nicht
umgesetzt wurde. Die jetztige Währungsunion hat seine Ursprünge in dem Plan
Delors von 1989. Gemäß des Maastrichter Vertrages sollte die Einheitswährung
"ECU" heißen. Dennoch haben die Mitglieder des Europäischen Rats (bestehend
aus Regierungs- und Staatspräsidenten) entschieden, diese als "Euro" umzubenennen.
.
Für den Konsumenten wird es nicht mehr notwendig sein, beim Besuch eines anderen
Landes innerhalb der Eurozone Geld umzutauschen; darüber hinaus wird die Preistransparenz
innerhalb des ganzen großen Binnenmarktes zu einer deutlichen Reduzierung der
realen Preise für viele Produkte und Dienstleistungen führen. Die Einführung
des Euros selbst wird nicht zu einem Abbau der - im Grunde genenommen strukturellen
- Arbeitslosigkeit führen. Wegen der in der Satzung der Europäischen Zentralbank
festgeankerten niedrigen Inflationsrate sowie der niedrigen Zinssätze sollte
dennoch durch das daraus folgende Wirtschaftswachstum eine deutliche Reduzierung
der Arbeitslosigkeit möglich sein.
Während der Übergangsphase von 1999 bis 2001 müssen Ladeninhaber sowohl die
nationalen Währungen als auch den Euro akzeptieren. Im eigenen Interesse sollten
sie ab 1999 sämtliche Preise in Euro und auch in der nationalen Währung angeben.
Von 1999 bis Ende 2001 werden die Banken die Möglichkeit einräumen, Bankkonten
entweder in Euro oder in nationaler Währung zu führen; ab Anfang 2002 werden
alle Bankkonten obligatorisch auf Euro umgestellt.
Ja. Mit der Ausnahme vom französischen Polynesien wird der Euro in allen französischen
Übersee- Departements und Territorien eingeführt.
Angesichts der führenden Rolle des Euros wird man überall in der Welt den Euro wechseln können, wie es zum Beispiel heute mit dem US-Dollar der Fall ist.
Bankkonten können ab 1999 auf Euro umgestellt werden, oder es wird möglich sein, bis 2002 zu warten, zu welchem Zeitpunkt sie obligatorisch umgestellt werden. Während der Übergangsphase werden für Gutschriften und Belastungen in den anderen Währungen keine Provisionen erhoben. Ebenfalls können während der Übergangsphase Kreditkarten für Zahlungen, entweder in Euro oder in der nationalen Währung benützt werden.
Sobald die neuen Münzen eingeführt werden, d.h. am 1. Januar 1999, müssen alle
Münzautomaten auf den Euro umgestellt werden. Die Umstellung des gesamten Münzautomatenparks
in den 11 Staaten, die an der Währungsunion teilnehmen, wird höchstens drei
Monate dauern. Automaten, die Banknoten annehmen oder ausgeben - zum Beispiel
Bankomaten - werden viel schneller umgestellt, da diese schon elektronisch eher
als mechanisch funktionieren..
Ja. Es gibt schon solche Rechner, und bis zum 1. Januar 1999 werden sicher viele
andere auf den Markt kommen.
"Falsche" Euro wurden zum Beispiel von Supermärkten, Gemeinden usw. geprägt; das Ziel war lediglich, der Bevölkerung beizubringen, daß bald eine neue Währung kommt. Solche „Münzen" haben außerhalb der jeweiligen Supermärkten bzw. Veranstaltungen keinen Wert.
Der Euro wird eine der zwei wichtigsten Währungen der Welt werden. Er wird sicher
genau so wichtig wie der US-Dollar sein, und das wird uns erlauben, viele Transaktionen
mit Drittländern in unserer eigenen Währung statt in US-Dollar - was heute oft
der Fall ist - abzuwickeln; dadurch vermeiden wir Devisenrisiken sowie die hohen
mit dem Devisenwechsel in Verbindung stehenden Provisionen.
Die Hauptvorteile des Euros werden die Reduzierung der realen Preise als Folge
der höheren durch die Preistransparenz bewirkten Konkurrenz sowie die Vereinfachung
der Geschäftstransaktionen überall im europäischen Binnenmarkt, die sich ab
Januar 1999 in der gleichen Währung abgewickelt werden können.
Die verhältnismäßige Stärke oder Schwäche einer Währung ist kurzfristig auf
das Zinsniveau, das die jeweilige Phase des Wirtschaftszyklus wiederspiegelt,
zurückzuführen. Längerfristig hat der Euro eine sehr gute Chance, stärker als
der US-Dollar zu werden, da die europäischen Länder traditionell eine sehr positive
Handelsbilanz aufzeichnen, indem die Vereinigten Staaten von einem chronischen
Defizit gezeichnet sind. .